Rotgelb

Ich überlege schon sehr lange, was das Handeln an sich hat.

Eine Überlegung, die sich im Überlegen erschöpft. Eine Suche nach den Dingen, die man gerade nicht hat, die einem aber als die wichtigsten auf der Welt vorkommen. Oft läuft die Suche auf verschiedenen Ebenen parallel, und das Gesuchte wird dort gefunden, wo man es nicht erwartet.

Deswegen dachte ich: „einfach handeln!“

Als ich das erste Mal Holz schliff und das Material unter dem Schleifpapier verschwand, war mir klar, dass es andere Wege gibt das Wesentliche zu erfahren.

Ein zufälliger Fund, eine vage Laune, im Hinterkopf Gedanken über Wert, Wertschätzung, Sinn und Materialisierung. Das Stück Holz habe ich nach Hause geschleppt, mir ein Bild ausgemalt und mir vorgenommen, das Holz zu „kultivieren“. Es machte Spaß, bis ich so weit war die Löcher auszustechen. Ich dachte: „Hätte ich nur das richtige Werkzeug!?!“
Spätestens jetzt wurde mir klar: Ich hatte es unterschätzt. Halb verzweifelt, müde, weit von der ursprünglichen Absicht abgekommen schaute ich mir das Holz an. Der innere Drang es fertig zu machen, ließ mich nicht in Ruhe.
Das Holz kultivierte mich.

Rot, gelb, stechend.
Gelb, rot.
Rot.
Selbstverständlich.


Lernen fand ich immer langweilig, bis ich es in direkte Verbindung mit konkreten Dingen gebracht hatte. Handeln aus Notwendigkeit fiel mir immer leichter als Handeln aus reiner Neugierde und freien Spieltrieb. Das ist was ich kennenlernen möchte.

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